Gerade habe ich es fertig gelesen und sogleich meine Rezension bei Amazon eingestellt, hier ist sie:

„Das Internet hat den Konsumenten die Macht gegeben, sich weltweit über Unternehmen und die Qualität ihrer Angebote auszutauschen. Mundpropaganda beherrscht die Märkte“ schreibt Bernd Röthlingshöfer im Vorwort zu seinem neuen Buch Mundpropaganda-Marketing. Und weiter: „Sie werden die Mundpropaganda nie beherrschen. Aber verstehen und für sich nutzen können.“
Wie, das zeigt er uns in seinem Buch. Er liefert uns sowohl das nötige Hintergrundwissen als auch Tipps und Werkzeuge zur praktischen Umsetzung.

Zu Beginn stellt er Theorien, Thesen und Meilenstein-Veröffentlichungen vor, die man kennen sollte, wenn man sich mit Mundpropaganda-Marketing beschäftigt – z.B. die Small-World-Theorie („jeder kennt jeden über 5 Ecken“), soziale Netzwerkanalyse („wie verbreiten sich Nachrichten in Netzwerken“), Memetik, das Cluetrain-Manifest oder das Buch „Tipping Point“ von Malcolm Gladwell. Auch bringt er Licht in den Dschungel der Begriffe rund um Mundpropaganda-Marketing und grenzt Mundpropaganda-Marketing, Empfehlungsmarketing, Virales Marketing und ähnliche verwandte Disziplinen voneinander ab.

Nachdem er uns mit ausreichend Hintergrundwissen ausgestattet hat, zeigt er, wie man nun gezielt Mundpropaganda auslösen kann – er verrät dazu 9 verschiedene Methoden, die er anhand von zahlreichen Beispielen demonstriert: Exklusivität, Überraschung, Nützlichkeit, Humor, Guter Zweck, Timing, Machbarkeit und Ausprobieren.
Als nächstes analysiert er die Strukturen von Netzwerken und gibt Tipps, wie man für sein Unternehmen wichtige Netzwerke identifizieren und nutzen kann. Auch Sender und Empfänger in der Mundpropaganda nimmt er unter die Lupe.
Ein Kapitel widmet er den Medien – klassischen sowie neuen – und beleuchtet sie aus der Sicht des Mundpropaganda-Marketing. Wie kann man durch Anzeigen/ Plakate Mundpropaganda auslösen und welche Rolle spielen Weblogs?
Schließlich erfährt man noch, wie man durch Internetmonitoring Mundpropaganda entdecken und bewerten kann und bekommt Links zu hilfreichen Tools.
Zu guter Letzt bekommt man Tipps, wie man auf negative Mundpropaganda reagieren sollte.

Der Text ist durch eine Fülle von praktischen, gut kommentierten Beispielen aufgelockert – erfrischenderweise nicht nur allseits bekannte wie Apple, Amazon oder Blair Witch Project. Einige kennt man schon aus seinem 2006 erschienenen Buch „Marketeasing“, die meisten sind aber neu dazugekommen.
Man merkt sowohl, dass Herr Röthlingshöfer selbst Praktiker ist, als auch, dass er sich die Mühe gemacht hat, gründlich zu recherchieren, das Buch ist eine wunderbare Ideenquelle geworden!
Dank seiner guten Schreibe kommt man in der Lektüre des Buches rasch voran und muss oftmals schmunzeln. Nur das Ende war mir etwas zu abrupt (oder fehlt in meinem Buch die letzte Seite…?) und die Literaturliste zu kurz – nicht alle erwähnten Werke tauchen dort auf.

Fazit: Kaufen, lesen, anwenden. 5 Sterne von mir.

Ein paar inspirierende Beispiele aus dem Buch „Mundpropaganda-Marketing“:

Zum Thema „Mundpropaganda durch Überraschungen“ erzählt Berndt Röthlingshöfer vom Malermeister Deck aus Karlsruhe, der sich bei seinen Kunden auf besondere Weise für den Auftrag bedankt:
„Wenn er einen Auftrag zu Ende gebracht hat, verschenkt einen kleinen Plüschbären. Aber nicht einfach, indem er ihn mit großer Geste überreicht. Nein, er versteckt ihn! Hinter dem Sofa, hinterm Vorhang oder im Bücherregal. Manchmal wird der Teddy erst Tage später gefunden – und steht für die Auftraggeber in gar keinem Zusammenhang mehr mit der Renovierung.
Umso größer das Erstaunen. Lesen Sie, was auf dem Rücken des Teddys steht: „Einen schönen guten Tag. Ich bin Clemens von Malerdeck und möchte mich bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit bedanken. Es hat uns großen Spaß gemacht, Ihre Umgebung ein bisschen farbiger zu gestalten. Bei Ihnen gefällt es mir jetzt so gut, ich bleibe da.
Eine Bitte hab ich zum Schluss: Empfehlen Sie uns weiter! Danke.
Ihr bärig Opti-Maler-Partner Clemens.“ (Quelle: Mundpropaganda-Marketing, S. 77)

Zum Thema „Mundpropaganda durch Exklusivität“ bringt Bernd Röthlingshöfer Beispiele, in dem Mundpropaganda durch bewusste Verknappung des Angebotes ausgelöst wird, z.B. folgendes:
„Das teure Fashion Label Comme des Garçons gehörte zu den ersten
Unternehmen weltweit, die einen Pop-up-Store eröffneten. Popup-
Store, das heißt, ein solcher Laden ist nur für kurze Zeit geöffnet.
Dann schließt er wieder. Comme des Garçons eröffneten einen solchen
Laden in Berlin Mitte nur für die Dauer eines Jahres. Den so genannten
Guerilla Store +49 30. Alles sah sehr provisorisch aus: Die
Räume einer ehemaligen Buchhandlung wurden für die Warenpräsentation
kaum verändert. Die wenigen Möbel, die zur Inneneinrichtung
benötigt wurden, hat man bei Trödelmärkten erstanden und nach dem
Zufallsprinzip ausgewählt. Einziges ästhetisches Zugeständnis: Die
Möbel wurden mit einem einheitlichen Autolack überzogen.“
(Quelle: Mundpropaganda-Marketing, S. 73)

Auf die Frage, ob man auch mit klassischer Webung Mundpropaganda auslösen kann, antwortet Bernd Röthlingshöfer mit dem Beispiel des hessischen Hinnerbäckers, der mit folgender Anzeige lockte: „In unseren Filialen zu viel gekaufte Brötchen am nächsten Tag einfach zurückgeben und gegen neue tauschen.“ Die Nachricht der Brötchengarantie verbreitete sich wie ein Lauffeuer…

Buchrezension: Mundpropaganda-Marketing von Bernd Röthlingshöfer

Ein Gedanke zu „Buchrezension: Mundpropaganda-Marketing von Bernd Röthlingshöfer

  • Hallo Karin,
    dein Text hat mich sehr neugierig gemacht und ich werde mir das Buch jetzt gleich bei Amazon bestellen.
    Ich bin über xing zu deinem Blog gekommen.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag
    Susanne

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