Wo bleibt mychocolate.com, habe ich in diesem Blogbeitrag gefragt.

Und hier ist es, allerdings unter einem anderen Namen:

chocri, http://chocri.de

logo-chocri.png, chocri.de

Endlich ist jemand auf die Idee gekommen,
die Themen Schokolade, Mass Customization und Social Commerce zusammen zu bringen, und zwar Michael Bruck und Franz Duge aus Berlin, beide 22 Jahre jung.

Vor knapp zwei Jahren haben sie ihren „Shocoladen“ gegründet, dort vertreiben sie Schokobrunnen über das Internet.

Nun wollen sie mit chocri für Schokoladenliebhaber eine Alternative zu „all diesen standardisierten Schokoladentafeln der großen Hersteller“ anbieten.

„Der Kunde kann sich bei uns seine Lieblingsschokolade zusammenstellen. Er hat dabei die Auswahl zwischen den (mindestens) drei Grundsorten (Vollmilch, Zartbitter und weißer Schokolade) und etwa 60-80 Zutaten. Die Zutaten reichen von Ananasstückchen bis zu Zimt oder aber auch mit Chilifäden oder Blattgold kann man seine Schokolade verzieren lassen. Alles nach Kundenwunsch.“

Offizieller Start des chocri-Projektes ist der 1. September 2008.
Aber schon jetzt gibt es Testtafeln und man kann sich über den Stand des Projektes informieren:

Ein chocri-Blog ist schon aufgesetzt, und auch eine Community soll entstehen.
„Hier können sich interessierte Besucher und natürlich auch Kunden anmelden um sich mit anderen Schokoliebhabern auszutauschen. Außerdem werden hier alle vom Kunden bereits bestellten Schokotafeln als Originalfoto zu sehen sein. Ebenfalls können sich alle Nutzer eine Schokowunschliste zusammenstellen, die dann im eigenen Profil zu sehen ist und auch per E-Mail an Freunde oder die Familie geschickt werden kann 😉
Ein Forum zum Austausch über alles rund um Schokolade wird selbstverständlich auch nicht fehlen. In unserer Schokocommunity wird es auch regelmäßig Wettbewerbe geben, wo die besten Kompositionen von den Nutzern gekürt werden.“

Die Community wird von Anfang an einbezogen:
Das chocri-Blog wurde im Mai mit einer Abstimmung zur Namenswahl gestartet.
Für den Namensspender gab es als Belohnung ein Schokipaket, leider wurde es nicht mein Vorschlag mychocolate.com oder myschoki.com 🙁
Das Paket ging am 12.6. an Manja, die chocri als Wortschöpfung aus „Schokolade“ und „kreieren“ schuf. Mir gefällt der Name, ich finde ihn allerdings nicht so einfach zu buchstabieren. Versehentlich habe ich ihn vorher schon mit „k“ geschrieben. Aber wenn man sich die gängigen Web 2.0-Namen wie qype, yigg und Co anschaut, scheinen das die Leute ja auf die Reihe zu kriegen…

Und heute gibt es schon wieder 2 chocri-Tafeln: für fleißige Lieblingszutatenkommentierer. 80 Zutaten sollen angeboten werden, die ersten 5 sind schon mal genannt:
Goldpuder
Chilifäden
Chilischoten 😉
Mandeln
Blütenblätter

Nach mymuesli.com, YouBar und ähnlichen Mass Customization Angeboten für Nahrungsmitteln wurde es ja auch Zeit, dass jemand auf die Schokoladen-Idee kommt.
Ich freue mich, dass es 2 junge Leute aus Berlin sind und nicht Herr Zotter, der eh schon genug Kohle macht mit seiner Schoki. (…und der mir auf meine Anfrage nach der Preisliste für seine maßgeschneiderten Einwickelpapiere nicht mal geantwortet hat, als ich fragte, ob ich die in meinem Blog veröffentlichen darf…)

Ich finde die Idee wirklich gut und ich denke, sie hat Potenzial, zum richtigen Renner zu werden.
Warum: Weil die Mass-Customization-Social-Shopping-Geschichte bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist und Schokolade das perfekte Produkt dafür ist:

  • Es gibt genug Schokofreaks – Leute, die eine Leidenschaft für Schokolade haben („Otako“ bezeichnet Seth Godin das in seinem Buch Purple Cow, nach dem japanischen Wort für etwas, das mehr als ein Hobby ist, sich aber noch nicht zur Besessenheit entwickelt hat)
  • Der Trend der „kleinen Genüsse“, der von allen bekannten Trendforschern als wichtiger Verbrauchertrend beschrieben wird (die erste war Faith Popcorn), wird durch dieses Produkt bestens bedient („Vielbeschäftigte, gestresste Verbraucher, die eine schnelle Befriedigung suchen, belohnen sich selbst mit etwas Luxus…“)
  • Maßgefertigte Schokolade ist ein Produkt, das auch für die Werbebranche interessant ist – die ja immer auf der Suche nach dem passenden, möglichst individuellen, möglichst originellen Geschenk ist…

Übrigens bin nicht nur ich von dem Potenzial dieser Idee überzeugt; auch Robert Basic hält sie für gut und hat in seinem Blog über chocri berichtet. Da er zu den glücklichen Schokotestern zählte, gibt es dort auch schöne bunte Fotos. 🙂

Open Source Marketing
Die Community von Anfang an mit entscheiden lassen, man kann das „Open-Source-Marketing“ nennen, diesen Ansatz mag ich sehr;
die erste Erfolgsgeschichte, die ich von einem Unternehmen gehört habe, das so vorgegangen ist, war die des australischen Bieres Blowfly, die 2005 durch die Blogosphäre gegangen ist (Berichte z.B. hier, hier oder hier oder im Buch „Viral Marketing von Sascha Langner)
…was später aus dem Bier geworden ist, weiß ich allerdings nicht, die Internetseite gibt es nicht mehr…

Daumendrück:
Ich drücke den Jungs die Daumen, dass was draus wird, aus der chocri-Idee – eine Erfolgsgeschichte wie Blowfly Beer (aber in 3 Jahren soll es das Projekt auch noch geben…), mymuesli oder Spreadshirt!

Mein Tipp:
Weiter mit dem Open Source Marketing, und ran an die Blogosphäre, Blogger für die Schoki begeistern, online und offline (Barcamps, Webmontage…), und schöne Geschichten für Mundpropaganda-Marketing schaffen!

Warum ich das alles schreibe?
Weil ich Schoki will natürlich 😉
Vielleicht gibt`s ja auch mal was für fleißige Blogger…


mychocolate.com, hier ist es und heißt chocri.de
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5 Gedanken zu „mychocolate.com, hier ist es und heißt chocri.de

  • Sorry, aber die Jungs kommen mir ziemlich naiv vor. Nur weil sie Schokobrunnen verkaufen haben sie noch lange keine Ahnung von Schokolade. Goldfäden und lauter so Zeug, und dann auf ihrer Seite nur so ein Rumgerede über irgendwelche Hilfsprojekte anstatt sich mit dem Hintergrund fair gehandelter Schokolade zu beschäftigen…
    Meine Meinung: wenn man ein Startup vor hat, sollte man sich vorher gründlich mit dem Thema auseinandersetzen.
    Und das Marketing? Ich glaube nicht, dass das „Open-Source-Marketing“, wie du es nennst, ausreicht.
    Gruß, Robin

  • Die Geschichte mit den Spenden kam mir auch noch nicht so richtig ausgegoren vor, daher habe ich auch erstmal nicht erwähnt, ob fair oder nicht fair.
    Zotter verwendet nur Schokolade aus fairem Handel, und die beiden sollten das ebenfalls tun.

    „Sorry, aber die Jungs kommen mir ziemlich naiv vor.“
    Willst Du behaupten, die Jungs von StudiVZ sind ihr Vorhaben professioneller angegangen? Ich kann mich an den Webmontag in Berlin erinnern, an dem sie das Projekt vorgestellt haben. Da sind sie nur ausgelacht worden. Und was sie sich dann noch alles für Schnitzer geleistet haben…

    Meine Einschätzung:
    Die Idee hat Potenzial, ob die beiden Jungs es schaffen werden, dieses Potenzial auszuschöpfen, weiß ich nicht, ich kenne sie ja nicht.
    Natürlich müssen sie sich intensiv mit dem Thema Schokolade auseinander setzen (sowohl, was Herkunft/ Handel der Kakaobohnen betrifft als auch, was die Kunst der Chocolaterie betrifft), da gibt es für die beiden bestimmt noch viel zu lernen. Gut wäre es, wenn sie (bald) einen Fachmann aus der Schokoladenherstellung gewinnen könnten, dann wirkt das Ganze auch glaubwürdiger.

    Ich gebe Dir Recht: Klar wird man auf Dauer mit ein bisschen Online-Marketing und der „Open-Source“-Marketing“-Geschichte nicht auskommen. Ordentliches Marketing halte ich für überaus wichtig – ich würde sogar behaupten: Das Projekt steht und fällt damit.

    Aber was ich so mitgekriegt habe, wollen sie das Projekt erstmal zu zweit, ohne hohen finanziellen Einsatz und ohne Sponsoren, ins Rollen bringen und sich dann, wenn es läuft, die notwendigen Leute suchen.

    Ist auch ein Ansatz, der funktionieren kann. Ich werde das Projekt auf jeden Fall beobachten und bin gespannt, wie es sich entwickeln wird.

  • Ich halte die Idee für bemerkenswert. Das Produkt ist für Mass Customization wie geschaffen. Das Marktsegment ist noch nicht besetzt.
    Der Kommunikations-Ansatz ist zielgruppenaffin, auch wenn er u.U. First Mover Advantages gefährdet. Mittelfristig wird man allerdings über neue, erweiterte Strategien nachdenken müssen.

    Mögliche Probleme:

    – deutsches Lebensmittelrecht
    – Logistik
    – Versandkosten
    – Aufbau von Markteintrittsbarrieren gegen Me-too-Anbieter
    – Individuelles Labeling (Inhaltsstoffe)
    – …

    und vor allem:
    – die Preisgestaltung

    Schaut Euch auf jeden Fall die Produkte und Preise von Leysieffer an.
    Die nehmen ca. 3-4 € für m.E. sehr gute und ausgefallene Schokolade.

    Vielleicht sollten Bestseller / besondere Kreationen in eine Standardliste (entgegen der ursprünglichen Customizationidee) aufgenommen werden, um bei der wiederholten Produktion dieser Kreationen Erfahrungskurven- und Skaleneffekte realisieren zu können. Dies ist bei Unikaten nicht möglich.

    Viele Grüße & einen guten Start

    Attila

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