Eine bekannte Tatsache:

Nur ein kleiner Prozentsatz der Blogleser kommentiert auch – das kann jeder Blogger feststellen, der Google Analytics oder ein anderes Analysetool auf seinem Blog installiert hat.

Die Anzahl der passiven Rezipienten ist im Internet viel höher als die der aktiven (Mit-) Produzenten digitaler Inhalte.
Das betrifft nicht nur Blogs, sondern alle „Mitmach-Angebote“ im Internet, (z.B. Wikipedia, Flickr, Amazon…).

Auch in der neue ARD-ZDF-Onlinestudie (2007) kommt man zu diesem Schluß:
„Das Web der nutzergenerierten Inhalte hat eine hohe Anzahl an Rezipienten, aber noch wenige, die sich aktiv beteiligen. (…) Für den Durchschnittsonliner ist das Web 2.0 eher ein großer Fundus an neuen, kostenfreien und interessanten Inhalten, die von wenigen Nutzern hergestellt wurden.“ (nachzulesen im pdf: Onliner 2007: Das „Mitmach-Netz“ im Breitbandzeitalter)

Zurück zu den Blogs:
Natürlich gibt es auch Blogs, auf denen heftig diskutiert wird, und die auf einzelne Beiträge zig oder sogar hunderte Kommentare bekommen.
Das sind aber meistens Blogs, die sehr viele Leser haben, wie z.B. Basic Thinking von Robert Basic, Stefan Niggemeier oder Spreeblick.

Was lassen sich nun andere Blogs einfallen, um ihre Leser zum Kommentieren zu ermuntern?
Guter Content; Themen, über die die Leser gerne diskutieren; Fragen aufwerfen, die zu Diskussionen anregen; Nützliches zum Download anbieten, etwas verschenken…

Auf ein paar neue Ideen bin ich gestoßen:

  • TeNo-Blog: Projekt „Glückskommentare„: Auf Kommentatoren, deren Kommentar auf eine „Glückszahl“ fällt, wartet eine Überraschung – diese kommt entweder von TeNo selbst oder wird von einem anderen Corporate Blog beigesteuert – womit TeNo noch einmal mehr zu Gespräch und Vernetzung beiträgt.
    (Das Projekt ist am 1.5.2008 gestartet und läuft noch)
  • Design Tagebuch: Achim Schaffrinna hat sich nun schon ein paar Mitmach-Aktionen einfallen lassen, und eifrige Kommentare geerntet
    Die 5.000 Kommentare-Dankeschön-Aktion: Den 5.000sten Kommentar nahm Achim Schaffrinna zum Anlass, seinen ersten Gewinn für Kommentatoren auszuloben: einen 100-Euro-Gutschein für das Angebot eines Partners – „Juicywall“, der Online-Wall-Designer. Der Zufallsgenerator ermittelte den Gewinner.
    Er konnte sich über 415 Kommentare freuen und war überwältigt von der Aktion, die er eigentlich als „dankeschön“ für die vielen aktiven Kommentatoren auf seinem Blog geplant hatte – er meinte dazu „Schön ist , dass viele “stille Leser” aus dem Schatten heraustreten und sich beteiligen.“
    Verlosung des berüchtigten Handy-Zahnbürste-Nassrasierer-Pakets von Tchibo, am 30.4.2008: (Kleine Vorgeschichte: Tchibo hat im April anonym Pakete an verschiedene Blogger verschickt, die ein Handy, eine Zahnbürste und einen Nassrasierer enthielten; 1 Woche später kam dann der „Bekennerbrief“ – mit dieser Aktion will Tchibo auf ein neues Portal aufmerksam machen) – Achim Schaffrinna verloste das Paket an den originellsten Kommentator und erntete 110 Kommentare
    „Stoff für Kreative“: Gewinn-Aktion am 14.5.2008 -unter den Kommentatoren wurden 2 Adobe Bücher von Markus Wägner verlost – wieder entschied der Zufallsgenerator – 603 Kommentare…
  • Der WotschBlog hat dem 5.000sten Kommentator einen Überraschungsgewinn versprochen. Was das wohl sein mag? Der Aufruf ist vom 25. April, noch ist die 5.000 er Marke noch nicht erreicht…
    ich berichtige: sie wurde bereits am 29. April erreicht, der glückliche Gewinner ist jetzt glücklicher Überraschungspaketbesitzer (für alle Neugierigen: durchforstet doch mal das Blog, irgendwo ist bestimmt zu lesen, was drin war im Paket…)

Auf das TeNo Blog-Projekt bin ich bei Bernd Röthlingshöfer gestoßen.
Der läßt sich übrigens auch immer wieder etwas einfallen, um seine Leser einzubeziehen.
Aber dazu ein andermal…

Nachtrag 1 am 20.5.:
(Herzlichen Dank an Tobbi)

  • Gründen für`s Schweigen ist Robert Basic am 8.5.2008 nachgegangen:
    „Also, liebe Schweiger: Sagt mal hier was, warum ihr nix zu sagen habt…“ – in den 117 Kommentaren haben sich auch ein paar „Schweiger“ zu Wort gemeldet.
  • Gegenmaßnahmen gegen die Kommentararmut hat er im nächsten Artikel nachgereicht, hier sind sie kurz zusammengefasst:
    1. die jüngsten Kommentare gesammelt anzeigen (z.B. in der Sidebar)
    2. Toppostings anzeigen
    3. Kommentare aufgreifen und in einem neuen Blogposting würdigen
    4. Textabschnitte durch fett markieren hervorheben, um den Lesern das Scannen zu erleichtern
    5. Mailbenachrichtigung bei neuen Kommentaren.
  • Wer sich das Kommentare-lesen bei Robert sparen möchte, liest bei Burkhard Schneider nach – der hat die wichtigsten Schweige-Gründe + die Tipps von Robert zusammengefasst und durch eigene Tipps ergänzt.

Nachtrag 2 am 20.5.:
(der Tipp kam von Thomas Fahle)

Über die „Maulfaulheit der Deutschen“ schreibt auch das Handelsblatt am 9.5. In Japan und Südkorea soll es angeblich ganz anders zugehen in der Blogosphäre…

Neue Ideen, um Blogleser zum Kommentieren zu ermuntern
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9 Gedanken zu „Neue Ideen, um Blogleser zum Kommentieren zu ermuntern

  • Hallo Alex,

    danke für die Hinweise; hab ich sofort berichtigt!
    Ach, jetzt wollte ich doch gerade loslegen und bei Dir kommentieren, was das Zeug hält, wegen der Überraschung 😉
    aber vielleicht gibt´s ja wieder mal eine, zum 10.000sten Kommentar oder so…

    Ich wünsche Dir noch viele Kommentare!
    Beste Grüße, Karin

  • Ich bin auch einer von denen, die immer nur lesen und fast nie kommentieren. Ehrlich gesagt, ich habe selbst keinen Blog und keine Website, und ich finde es irgendwie komisch einen Kommentar abzugeben und das Feld „Website“ frei zu lassen.
    Jetzt habe ich das eben so gemacht 😉
    Lg, Georg

  • Und noch ein stiller Leser aus dem Schatten, ein No-Name im Internet ohne eigenes Blog oder Webseite 😉

    @Georg: ich verstehe, was du meinst, ich kommentiere deshalb auch lieber in Foren, da gibt es nicht die anonymen Bloglosen und die Blogger sondern alle sind gleich

    @Alex/ Karin: Gratuliere zum 5000sten Kommentar.
    Das mit dem Kommentieren ist glaube ich auch eine Alterssache. Auf dem Blog von Alex sind ja sehr viele sehr junge Leute unterwegs, die haben erstens selber alle ein Blog, eine MySpace Seite oder sonst irgend was webmäßiges, das sie in das weiße Feld eintragen können, und zweitens sind die mit dem Internet aufgewachsen und haben keine Hemmungen, dort was von sich zu geben. Außerdem wird dort über dies und das geredet, da ist es nicht so schwer, seinen Senf dazuzugeben.
    Auf Fachblogs muss man sich schon etwas gescheites einfallen lassen 🙂
    Gruß, Sascha

  • @Georg, @Sascha:

    Ich gebe Euch recht, ich habe eigentlich auch erst angefangen, Blogs zu kommentieren, als ich selbst eines aufgesetzt hatte.
    Wenn man selbst ein Blog schreibt, hat man ja noch eine wichtige Motivation für das Kommentieren: man möchte auf sein eigenes Blog aufmerksam machen und Besucher auf sein Blog lenken – das fällt bei Euch natürlich weg.

    Ja, in Foren kann man ein Profil anlegen und muss nicht anonym kommentieren; in manchen Blogs ist das ja auch möglich, aber irgendwie hat sich das nicht so durchgesetzt, hab ich das Gefühl. Ist zu umständlich, ich habe mir für mein Blog noch keine Gedanken darüber gemacht…

    Danke Euch, dass Ihr trotzdem kommentiert habt!

  • Hallo Christian,

    schöner Artikel, vielen Dank für den Tipp!
    Ich fasse ihn hier noch mal kurz zusammen:

    Six Reasons People Aren’t Commenting On Your Blog:
    1. You sound like a press release.
    2. You sound like an infomercial.
    3. You sound like a know-it-all.
    4. You haven’t showed them how.
    5. You haven’t created the right atmosphere.
    6. You just don’t seem that into it.

    Lohnt sich, zu lesen!

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