Im Newsletter von Auktionsideen.de ist sie schön beschrieben:
Die Idee der Live-Shopping-Portale und warum es sich lohnt, sich damit näher auseinander zu setzen.

Was versteht man unter Live-Shopping und wie funktioniert es?

„Eine neue Einkaufsform erobert Deutschland immer stärker und versetzt die Kunden damit in einen Konsumrausch, den es in dieser Form schon lange nicht mehr gegeben hat. Die Rede ist vom sogenannten Live-Shopping, einer Online-Einkaufsmethode, bei der pro Shop an jedem Tag nur ein einziges Produkt angeboten wird, dies allerdings zu einem außergewöhnlich guten und günstigen Preis.
Zu einer bestimmten Uhrzeit, in vielen Fällen um Mitternacht, startet jeweils ein neuer Produktzyklus, der insgesamt 24 Stunden lang anhält. Dabei wird das aktuelle Tagesprodukt umfassend vorgestellt. Die Möglichkeit zum Kauf ist dabei auf die ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung beschränkt. Nach Ablauf der Zeit wird das nächste Produkt vorgestellt und das vorherige ist nicht mehr verfügbar.
Während der Angebotszeit wird darüber hinaus meist dargestellt, welche Menge bereits verkauft und welche noch verfügbar ist. So kann es einem zögerlichen Käufer durchaus passieren, dass ein Produkt ausverkauft ist, bevor er seine Entscheidung getroffen hat. (…) In jedem Fall nimmt der Kunde das Angebot als unwiederbringliche Chance war. Kauft er nicht innerhalb der ersten 24 Stunden, so steht ihm das Produkt zu dem angebotenen Preis nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig erlebt er, dass sich die verfügbare Menge fortlaufend reduziert. Dies zeigt ihm zum einen, dass andere Kunden die Entscheidung bereits vor ihm getroffen haben, zum anderen, dass er dem Risiko eines vorzeitigen Ausverkaufes ausgesetzt ist. Diese Faktoren begünstigen den erfolgreichen Verkauf von Produkten in einem erheblichen Umfang, wie aktuelle Studien und Zahlen eindrucksvoll belegen.
Schätzungen zufolge beträgt das Marktvolumen in Deutschland in diesem Jahr bereits 15 bis 20 Millionen Euro – Tendenz stark steigend.

(Quelle: Auktionsideen.de, Newsletter 4.4.2008)

Live-Shopping-Portale

woot_logoDas amerikanische Live-Shopping-Portal woot.com

aus Carrollton, Texas, besteht seit 2004. Anfangs gab es pro Woche ein Produkt, 2005 ist man auf täglichen Produktwechsel umgestiegen. In Newsletter- und Blogbeiträgen werden die Produkte dargestellt, an Kreativität bei der Beschreibung ihrer Produkte mangelt es den Machern nicht:
Photos, Video, Or Murder?“ lautet die Headline der heute angebotenen Kodak-Digitalkamera. Und mit
„“Wake up, Lassiter.” He felt the nudge in his side, sensed the presence of others in the room, opened his eyes…“ beginnt dann die Story um die Kamera.
Nicht zu vergleichen mit der Einfallslosigkeit typischer deutscher Produktbeschreibungen… Ein Video gibt es auch, damit man gleich sieht, dass die Kamera so etwas hin bekommt, und natürlich eine ausführliche Darstellung der technischen Daten.

Die woot.com Community zählt mittlerweile über 800 000 registrierte Nutzer, der Jahresumsatz beträgt rund 40 Mio US-Dollar (Quelle: woot.com, Stand Februar 2008)

Hier ein Screenshot:

screenshot woot.com

 

logo guut.deDas führende Live-Shopping-Portal in Deutschland

ist guut.de. Der Name lässt die nahe Verwandtschaft zum Vorbild wood.com erkennen, ebenso die Art, die Produkte zu beschreiben (ich persönlich finde aber die amerikanische weitaus spritziger):

„Liebes Dr. Guut-Team, ich habe ein Problem.
Ich bin sehr attraktiv, trage einen raffinierten Namen – MOTOSLVR L9 -, habe eine traumhaft schlanke Modelfigur mit einem wundervollen TFT-Display und wie alle Mitglieder meiner sehr angesagten Familie ein hübsches Metalldesign…“ –
so wird das Motorola-Handy präsentiert, das in diesem Moment noch 7:17:04 Std. zu haben ist – um 89,99 EUR statt um 228 (UVP). Und der Countdown läuft…

„Finanziert wird das von Robert Stephan und Peter Posztos gegründete Startup vom Holtzbrinck eLab. Erst kürzlich hat Holtzbrinck seine E-Commerce Ambitionen nochmals unterstrichen und zeigt mit Guut.de, dass es gewillt ist, auch in innovativere E-Commerce-Segmente vorzudringen“, hat Exciting Commerce dazu zu sagen. Bei Holtzbrinck eLab gibt es ein Interview mit den Gründern.

Hier ein Screenshot:
screenshot guut.de

 

Schutzgeld.de

Schutzgeldde ist der erste deutsche wood.com- Ableger und seit September 2006 online.

Weitere deutsche Live-Shopping-Portale sind Preisbock.de (hier gibt es das Angebot 7 Tage lang), sportlet.de für Sportartikel und ibood.com mit internationalem Angebot.

Schnäppchen-Jäger wird es immer geben, bei 1-Tages-Angeboten wird der Sportsgeist besonders herausgefordert. Platz für solche Angebote ist auf dem deutschen Markt ganz sicher noch. Einen Namen machen kann man sich am schnellsten, wenn man nicht Kraut und Rüben anbietet, sondern seine Angebote auf eine (möglichst lukrative…) Branche beschränkt und sich in dieser als Marktführer Live-Shopping positioniert – wie es Shopito, Deutschlands erster Live-Shopping-Anbieter für Schmuck, gerade testet. Shopito ist am 18.3.2008 online gegangen.

Das nötige Kleingeld dafür sollte man allerdings mitbringen. „Wir reden über ein nettes sechsstelliges Sümmchen“, so Peter Faisst, Schutzgeld.de, in einem förderland-Interview vom 31.08.2007.

Ergänzung am 9.4.: Für Schnäppchenjäger, die sich nicht täglich mühsam durch die einzelnen Angebote klicken wollen, hat Mathias Jacobs im Januar 2008 eine Live-Shopping-Übersichts-Webseite gelauncht:
myliveshopping.de
Hier gibt es jeden Tag die aktuellen Angebote von 22 (!!) Live-Shopping-Portalen auf einen Blick.
(Gefunden bei: Nico Zorn)

Ergänzung am 14.4.: Einen weiteren tagesaktuellen Live-Shopping-Guide gibt es bei GMX unter der Rubrik  Shopping/ Live-shopping.
Hier sind allerdings nur 7 Live-Shopping-Portale erfasst und er ist lange nicht so übersichtlich wie myliveshopping.de.
(Danke für den Hinweis, Sue)

Weiterführende Links:

Live-Shopping allgemein:
Exciting Commerce: Der Live-Shopping-Markt in Deutschland (10.3 2008)

woot.com:
lexikon2
(20.2.2008)
basicthinking.de: (28. 2. 2007)
wikipedia.org

guut.de:
Holtzbrinck eLab: Interview (28.3.2008)
TechDivision (20.3.2008)
Exciting Commerce (3.9.2007)

Schutzgeld.de:
Exciting Commerce (28.8.2007)

Preisbock.de
Förderland: Frisches Kapital für Preisbock.de (27.3.2008)
Internet World Business: Preisbock.de erhält Trusted-Shops-Siegel (20.2.2008)
Dontox.de Blog: Preisbock.de im Vergleich mit Dealirio.de (1.2.2008)

Sportlet:
Exciting Commerce (25.1.2007)
Interview Blog: Interview mit den Gründern (31.1.2007)

Shopito:
Exciting Commerce (18.3.2008)

E-Commerce-Trend: live-shopping

12 Gedanken zu „E-Commerce-Trend: live-shopping

  • Sehr interessante Zusammenfassung zum Thema Live-Shopping. Wir gehen davon aus, dass sich in diesem Segment in den nächsten 12 Monaten einiges tun wird. Vor allem wenn man über den großen Teich blickt und davon ausgeht, dass dortige Trends mit einer gewissen Verzögerung auch zu uns „rüber schwappen“. Das Thema ist definitiv heiß und wird in den nächsten Monaten noch weiter an Bedeutung gewinnen. So handelt es sich beispielsweise beim ersten produktiv eingesetzten Shop mit der neuen e-Commerce-Software Magento ebenfalls um ein Live-Shopping-Portal… Zufall oder echter Trend?

  • Also ich glaube an diesen Hype nicht. Die wachsen doch wie die Pilze aus dem Boden, diese Live-Shopping-Portale. Ich glaube, der Markt ist mittlerweile gesättigt und von den Neustartern wird einer nach dem anderen wieder abdanken.

  • Das Schöne am Liveshopping neben dem Sparen ist ja auch, dass es einfach Spaß macht. Schon allein die lustigen Produktbeschreibungen sind immer einen Besuch wert.

  • @Lory: Das ist doch überall so, dass einer mit einer Idee startet und dann ein Haufen Mee-too`s nachkommen. Klar werden es nicht alle schaffen, und so manche Live-Shopping-Startups erlebten ihren ersten Geburtstag gar nicht. Aber dann gibt es wieder andere: guut.de ist erst vor ein paar Monaten gestartet und nun Marktführer; und der Preisbock macht sich auch gut, hat gerade erst eine Finanzspritze von Lukasz Gadowsky (Spreadshirt) bekommen, und der weiß üblicherweise, welche Geschäftsmodelle im Internet funktionieren.

    @ Sue: danke für den Hinweis. Habe ich ergänzt.

  • Zuerst, schade dass wir in dem Artikel bloss so klein vorkommen.:-(…aber(!) trotzdem schön dass wir dabei sind. 🙂
    Ich denke dass es im Live Shoppingbereich dasselbe ist wie überall. Erst schiessen die Portale wie Pilze aus dem Boden, dann wird eine Selektion stattfinden und schliesslich bleiben die (finanz)stärksten am Leben. Natürlich versuchen wir selbst, wie alle unsere Kollegen die Phase der Ausdünnung(die noch nicht gekommen ist) zu überstehen. Aber dass sie kommen wird steht, bei dem Hype der zur Zeit um das Thema läuft eher früher als spät, ausser Frage.

  • > Zuerst, schade dass wir in dem Artikel bloss so klein vorkommen.:-(

    Ihr kommt klein vor, aber dafür kommt Ihr umso besser weg, Ihr seid doch das Beispiel, das ich als erfolgsversprechend bringe. Lest doch nochmal genau:

    > Einen Namen machen kann man sich am schnellsten, wenn man nicht Kraut und Rüben anbietet,
    > sondern seine Angebote auf eine (möglichst lukrative…) Branche beschränkt und sich in dieser
    > als Marktführer Live-Shopping positioniert – wie es Shopito, Deutschlands erster
    > Live-Shopping-Anbieter für Schmuck, gerade testet.

    Kennt Ihr das Buch „Brandtner on Branding“ von Michael Brandtner? In diesem kleinen Büchlein bringt er wunderbar auf den Punkt, wofür Al Ries und Jack Trout ein paar Wälzer benötigen.
    Er nennt seine Theorien die „11 Naturgesetze der Markenführung“, und gleich das Gesetz Nr. 1 heißt „Divergenz zum Markenaufbau“. „Erfolgreiche Marken teilen ihren Markt zu ihren Gunsten, um dann ihren Teilmarkt auszubauen und langfristig zu beherrschen“, schreibt er.

    Und das habt ihr gemacht. Ihr seid nicht, wie viele andere Live-Shopping-Anbieter, einfach auf den Zug aufgesprungen und bietet nun an, was euch zwischen die Finger kommt. Nein, Ihr habt im Live-Shopping-Markt eine neue Kategorie geschaffen: Live-Shopping für Schmuck. Und hier positioniert Ihr Euch als Marktführer und Experte. (es gibt ja auch sonst niemanden mit dieser Spezialisierung)

    Ich glaube an dieses Konzept, und wenn Ihr dann in den Köpfen Eurer Kunden als Marktführer im Live-Shopping für Schmuck verankert seid, dann steht Eurem Erfolg nichts mehr im Wege, denke ich.

    Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Glück!
    Gruß, Karin Janner

  • Hallo Karin,

    vielen Dank! Und ja, man muss sagen, wir sind sehr positiv erwähnt. Wir arbeiten ja auch hart daran unseren Vorsprung zu nützen und auszubauen.

    Viele Grüsse!

  • Eine gute Erklärung der Lage im LiveShopping, ich sehe es allerdings ähnlich wie J. Freyer. Wie wollen die Shops denn damit Geld verdienen? Das geht doch maximal mit viel häufigeren Abverkaufstagen, was allerdings das Prinzip ab absurdum führt.
    Meine Startseite ist um die Liste noch zu ergänzen http://www.liveshoppingguide.de, hier sind auch meines Wissens nach die meisten Shops auf einer Seite zusammengestellt.

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